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Call for Papers: Opfer. Täter. Daten. Entität, Identität und Dokumentation in der Holocaustforschung und -erinnerung

02.04.2026

EHRI-ERIC transnationales interdisziplinäres Seminar von EHRI-AT und EHRI-DE | 28.–30. September 2026 in der Ehemaligen Synagoge St. Pölten, Österreich

Ehemalige Synagoge St Pölten
Pfoser ZT / Herfert

Die Holocaustforschung des 21. Jahrhunderts steht vor einer doppelten Herausforderung: Während physische Spuren und Zeitzeugenberichte bewahrt werden müssen, verlagert sich die wissenschaftliche Analyse zunehmend in den digitalen Raum. Im Zentrum dieses Seminars steht die Erfassung und Transformation von Namen und Biografien – die Übersetzung historischer Identitäten von Opfern, Tätern und Institutionen in digitale Entitäten, Datensätze und Metadaten. Dieser Prozess ist kein rein technischer Vorgang, sondern eine methodisch komplexe und ethisch sensible Praxis, die die Art und Weise, wie wir forschen und erinnern, fundamental verändert.

Wir widmen uns der Fragmentierung der Überlieferung: Deportationslisten, Polizeiakten und Lageraufzeichnungen sind weltweit verteilt und folgen disparaten Standards. Ziel des Seminars ist es, diese „Datensilos“ methodisch aufzubrechen. Wir untersuchen, wie durch innovative digitale Verfahren neue transnationale Perspektiven auf die Shoah ermöglicht werden, ohne dabei die historische Genauigkeit und die Würde der Individuen zu gefährden.

Struktur des Seminars: Keynotes & Praxismodule

Jedes der drei thematischen Module wird durch eine geladene Keynote eingeleitet. Pro Modul werden ca. 4–5 Beiträge (Workshops/Projektlabore) ausgewählt.

Modul 1: Transeuropäische Entitäten – Namen, Orte und Biografien

  • Keynote
  • Fokus: Namen als fundamentales Bindeglied. Ansätze der Named Entity Recognition (NER) zur Extraktion aus multilingualen, fragmentierten Quellen.
  • Spatial Humanities: Kartierung von Verfolgungsnetzwerken mittels GIS (Geoinformationssystemen).

Modul 2: Rechtliche Rahmenbedingungen und ethischer Umgang

  • Keynote
  • Fokus: Transnationale Rechtsrahmen (DSGVO). Methoden der Anonymisierung/Pseudonymisierung sowie das Design ethisch adäquater Metadatenmodelle, die opferzentrierte Perspektiven integrieren.

Modul 3: Dokumentation, Archive und KI-Technologien (HTR & LLM)

  • Keynote
  • Fokus: Skalierungsmethoden für handschriftliche Verwaltungsakten und Ego-Dokumente. Einsatz von Handwritten Text Recognition (HTR) für Kurrentschriften, Grenzen von KI/LLMs sowie die praktische Integration in die EHRI-Infrastruktur.

Teilnahmeformate

Wir suchen Beiträge für die folgenden interaktiven Formate:

  1. Projektlabor (Project Lab): Vorstellung laufender Projekte mit Fokus auf spezifische methodische oder ethische „Stolpersteine“.
  2. Methoden-Workshop: Hands-on-Sessions (ca. 90 Min.) zu spezifischen Workflows (z. B. Datenbereinigung, HTR-Training, DSGVO-konforme Tools, etc.).
  3. Posterpräsentation: Vorstellung von Datenbank-Prototypen oder Quellenstudien.

 Modalitäten

  • Zielgruppe: Historiker*innen, Archivar*innen, Digital Humanities Spezialist*innen und IT-Expert*innen. Nachwuchswissenschaftler*innen (Prae-Docs) werden ausdrücklich zur Einreichung ermutigt.
  • Konferenzsprache: Englisch (Vorträge und Seminar-Sessions), Deutschkenntnisse erwünscht.
  • Einreichung: Abstract (max. 300 Wörter) und Kurz-CV bis zum 17. April 2026 an office@injoest.ac.at. Rückmeldungen erfolgen bis Mitte Mai.
  • Das vollständig ausgefüllte Online Application Form (in English)
  • Kosten: Für die ausgewählten Vortragenden, Workshop-Leiter*innen und Projekt-Präsentator*innen werden die Reise- und Übernachtungskosten übernommen.

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Pressekontakt

Mag. Peter Stadlbauer
T: +43 1 408 12 63
E: presse@nationalfonds.org
 

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aktualisiert: 16.04.2026 - Version: 1.4.6