Jüdische Friedhöfe

Jüdische Friedhöfe sind besondere Erinnerungsorte, viele von ihnen von bedeutendem kulturhistorischem Wert. Nach der Vertreibung der jüdischen Gemeinden und der Ermordung ihrer Mitglieder blieben die jüdischen Friedhöfe in Österreich über viele Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben. Nur in jenen Orten, wo sich nach 1945 wieder jüdische Gemeinden bildeten, werden die Friedhöfe heute noch genutzt – alle anderen sind geschlossen.

Ab 2001 wurden die jüdischen Friedhöfe in Österreich systematisch erfasst: Im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Wien katalogisierte die Historikerin Tina Walzer die Friedhöfe in einem "Weißbuch über Pflegezustand und Sanierungserfordernisse der jüdischen Friedhöfe in Österreich", das 2008 aktualisiert wurde.

Zudem erfasste und überprüfte das Bundesdenkmalamt in den letzten zehn Jahren Friedhöfe auf ihre Denkmalwürdigkeit. In die § 2a-Verordnung des Bundesdenkmalamtes, (die jedoch keine Friedhöfe in Privatbesitz erfasst) wurden 61 Friedhöfe aufgenommen.

Die Friedhöfe umfassen zwischen zehn und mehreren hundert Grabstellen, die Grabsteine datieren aus dem 15. bis ins 20. Jahrhundert.

Quellen/Literatur

Die Beschreibungstexte zu den jüdischen Friedhöfen im Bereich "Instandsetzung" gründen sich auf:

  • Kulturabteilung der Steiermärkischen Landesregierung, Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz (Hrsg.): Jüdische Friedhöfe in Österreich – Aspekte der Erhaltung. Dokumentation einer Expertenkonferenz. Graz 2010. [Link: http://permalink.obvsg.at/AC08179600]
  • Walzer, Tina (im Auftrag der IKG Wien): Weißbuch über Pflegezustand und Sanierungserfordernisse der jüdischen Friedhöfe in Österreich. Wien 2002 und 2008. [Link: http://permalink.obvsg.at/AC08202669]
  • Verein "Shalom" (Hrsg.): Wegweiser für Besucher der jüdischen Friedhöfe und Gedenkstätten in Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Kärnten. Wien 2000. [Link: http://permalink.obvsg.at/AC04793252]